Feel the rain on your skin. No one else can feel it for you. Only you can let it in. No one else, no one else can speak the words on your lips. Drench yourself in words unspoken. Live your life with arms wide open. Today is where your book begins. The rest is still unwritten.
-Natasha Bedingfield, Unwritten-

Mittwoch, 11. September 2013

#1 - Über das Ankommen und die ersten Tage

So, mittlerweile bin ich schon 3 Tage hier und mir gefällts hier super!
Aber mal von Anfang an..
Am Samstag ging es also wieder mal los nach Amerika. Um 14 Uhr ging mein Flug von Frankfurt. Nach einem tränenreichen Abschied machte ich mich also auf den Weg zu meinem neuen Abenteuer. Der Flug nach Reykjavik verging ziemlich schnell. Leider hatte er etwas Verspätung, was bedeutete, dass ich in reykjavik von Gate 2 zu Gate 27 hetzen musste, nur um dann festzustellen, dass auch mein zweiter Flug nach Minneapolis Verspätung hatte. Der 6 1/2 Stunden lange Flug zog sich leider ein wenig, was auch daran lag, dass ich eigentlich nicht schlafen konnte. Und endlich hieß es dann "Please put on your seatbelts!" - Landung! :)
Angekommen musste ich erstmal durch die immigration, was sich ewig zog, da nur 2 immigration officers da waren und eine endlos scheinende Schlange an Menschen. Nach ca. 45 Minuten war ich dann endlich durch. Koffer geschnappt (was gar nicht so einfach war, da sie beide leider recht schwer waren^^) und auf die Suche nach R. gemacht, der mich vom Flughafen abholen wollte. Ich hetzte also durch den Flughafen, weil es mir wirklich leid tat, dass er schon so lange warten musste und nach einigen Minuten hektischer Suche fand ich ihn dann. Wir fuhren dann also nach Northfield, was ca. 35-40 Minuten dauerte und unterhielten uns größtenteils über das College und alles was damit zu tun hat. :) In Northfield angekommen zeigte er mir dann mein apartment, das ich mit der LA (=language assistant=Fremdsprachenassistentin) teilen sollte. Und ich sags euch: Unsere Wohnung ist riiiiesig!! Mir ist wirklich die Kinnlade runtergefallen. Wir haben jeweils ein Schlafzimmer, ein riesiges Wohn- und Esszimmer, ein Bad, eine große Küche und einen riesigen Wintergarten! (Bilder folgen!) Der absolute Hammer! Er ging dann und sagte mir, er würde mich morgen um 4 abholen und mir Campus und Stadt zeigen.

Am nächsten Tag (Sonntag) wachte ich dann schon um 5 morgens auf - Hello Jetlag! - lag dann aber noch bis 8 faul rum. Schließlich machte ich mich fertig und auf den Weg in die Mensa um zu frühstücken. Leider war die Frühstückszeit schon um als ich ankam. Da ich allerdings sowieso keinen großen Hunger hatte, beschloss ich den Campus und die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Und was kann ich sagen? Der Campus ist superschön und die Stadt ist auch total schnucklig! :D An diesem Wochenende war in Northfield auch ein Stadtfest und deshalb war in der Stadt viel los. Das Fest wird gefeiert, weil die Bürger von Northfield im 19. Jahrhundert einen bekannten "Banditen" -Jesse James- nach einem versuchten Banküberfall in die Flucht geschlagen haben. Irgendwann während ich so durch die Stadt lief, sah ich, wie viele Menschen auf den Gehwegen neben der Straße, die abgesperrt war, stehen blieben. Ich lief also auch hin und plötzlich kamen altmodisch gekleidete Männer auf Pferden angeritten und spielten mit Schreckschusspistolen den Überfall nach. :D War ganz interessant ;) Danach bin ich dann noch schnell ein paar Sachen einkaufen gegangen und wieder zurück nach Hause, wo ich mein zeug ausgepackt hab.
Um 4 kam dann R. um mir die versprochene Campustour zu geben. Und womit holte er mich ab? Mit einem Golfcart mit dem wir über den Campus düsten. ;) War total witzig. Schließlich fuhren wir noch durch die Stadt (mit dem Auto allerdings), wo er mir auch viele Sachen zeigte. Um 6 gingen R., seine Frau M. und ich dann noch essen. Wir fuhren in eine Ministadt, die ca. 20 min. entfernt lag, wo wir in ein typisch amerikanisches Diner gingen. Total urig. :) Die beiden sind wirklich supernett und wir haben uns gut unterhalten. Daheim angekommen wollte ich dann eigentlich nur noch schlafen... Eigentlich...
Bevor ich ins Bett ging, wollte ich allerdings noch ein, zwei folgen "Friends" schauen. Ich wunderte mich schon, wo die russische LA bleibt, die immernoch nicht eingezogen war. Während ich also DVD schaute, dachte ich manchmal, dass sie gekommen ist, weil ich irgendwelche Geräusche gehört hatte. Ich drückte also schnell auf Pause um zu lauschen, aber ich hörte nichts mehr. So ging das ca. 3 Mal. Irgendwann hörte ich dann aber einige Stimmen auf russisch und englisch reden. Aha, jetzt war sie also da. Ich wollte gerade aus dem Zimmer gehen um mich vorzustellen als es klopfte und eine Frau hektisch die Tür aufmachte. Sie erschrak, ich erschrak. Dann sagte sie: "Oh hi, you must be Bianca. Were you sleeping?" - "Yeah, kinda." - "Well, we've been trying to get in the apartment for like half an hour. We rang the bell, we called you on the phone, but you didn't open!" Ooooops! :D Peinlich! Ich hab wirklich nicht gehört, dass da jemand klingelt (die Klingel ist auch wirklich leise!) oder anruft. :D Naja :D Jedenfalls wurde dann aus meinem früh ins bett gehen nichts, weil ich dann noch mit der russischen LA gequatscht hab. Sie heißt übrigens Diana, ist 22, kommt aus Moskau und ist ne ganz Liebe. :)

Am nächsten Tag trafen wir uns mit den anderen LAs um 8:15 Uhr zum Frühstück. Die anderen LAs sind Luis, 22, aus Spanien; Lu, 30, aus China; Mei, 22, aus Japan und Alexie, 24 aus Frankreich. Alexie ist jetzt schon das zweite Jahr hier und kennt sich natürlich perfekt aus, was ganz gut ist. ;) Alle sind auch wirklich nett, aber irgendwie hab ich hier auch noch gar niemanden getroffen, der unsympathisch, eingebildet oder unhöflich wäre.
Nach dem Frühstück ging es dann um 9 los mit verschiedenen Treffen, bei denen v.a. Organisatorisches besprochen wurde. Wir waren eigentlich den ganzen Tag mit den "normalen" internationalen Studenten zusammen und redeten über Kurse, die wir belegen können, Social Security Numbers, Führerscheine, ... Offiziell sollte das ganze für uns LAs bis 17:30 Uhr gehen (mit kleinen Pausen zwischendrin), aber unsere letzte activity des Tages war in 12 verschiedenen Gruppen jeweils einen Sketch zu einem bestimmten Thema aufzuführen. Leider schafften wir es nicht mehr sie aufzuführen, also mussten wir alle um 20:30 Uhr nochmal kommen (die "normalen" internationalen Studenten hätten das sowieso gemusst; wir LAs aber nicht :-/), die Sketche aufführen und sie erörtern. :P Um kurz nach 10 waren wir dann endlich daheim! Musste dann noch kurz n paar Mails beantworten und dann bin ich totmüde ins Bett gefallen! In der Mittagspause beim Mittagessen hab ich übrigens meine erste "Deutsch-Connection" geknüpft. Ich hab mich mit Diana über Germany unterhalten und plötzlich sagt der Typ, der in der Schlange hinter mir steht: "Ah Germany. Sprichst du also ein bisschen deutsch?" - "Ja, ich bin aus deutschland und ich bin die neue LA." - "Ah, cool! Ich bin letztes Jahr immer zu dem deutschen Stammtisch gegangen um da etwas deutsch zu reden. Gibt es die dieses Jahr auch wieder. Ich würde gerne wieder hingehen!" Yes! Erster Kontakt! Meine Aufgabe ist es ja, solche deutschsprachigen Stammtische und dergleichen zu organisieren und die Studenten dann zu motivieren zu kommen und Deutsch zu reden. Er hat mir auf jeden Fall gleich seine E-mail-Adresse gegeben und meinte, ich soll ihm schreiben, wenn das erste Mal so ne activity stattfindet. Wird gemacht! ;) Hab mich auf jeden Fall super gefreut! :)

Heute ging es dann weiter mit Organisatorischem. Allerdings waren wir heute ohne die normalen Studis unterwegs. Nach viel viel mehr Bürokratie gingen wir dann zum Abschluss noch zur Bank um unsere accounts zu eröffnen. Dann gingen wir Abendessen, was heute allerdings nicht in der Mensa stattfand, sondern auf dem "bald spot". Der bald spot ist ein ziemlich großer Platz auf dem Campus, wo sich die Studenten oft versammeln. Heute versammelten sich die Studenten da, weil heute der Tag war, an dem die neuen Studenten, die freshmen, ankamen und auf dem Campus einzogen. das war so unglaublich sag ich euch. Die Eltern bringen ihre Kiddies hierher. Am "Eingang" vom College standen den ganzen Tag "alte" Studenten, die schon länger hier studieren und cheeren und jubeln den Autos mit den freshmen bzw. den freshmen die mit ihren Eltern an ihnen vorbeilaufen zu. Unglaublich! Wir LAs sind auch mal an staunend auf sie zugelaufen und auch uns wurde zugejubelt, ein Tunnel aus Menschen geformt, durch den wir durchlaufen mussten und schließlich mussten wir noch einem als Kuh verkleideten Typ High Five geben. erst dann konnten wir weiter. :D Verrückt! :D
Nach dem Essen gingen wir dann noch ins Language House, wo alle Studenten wohnen, die irgendeine Sprache studieren. Bis jetzt wohnten die LAs auch immer mit im Language House, doch seit diesem Jahr ist das nicht mehr so. Alexie, die aber ja schon letztes Jahr LA war, hatte noch Sachen im Keller, die sie holen wollte. Also sind wir mit und plötzlich war es wie Geburtstag , Weihnachten und Schatzsuche zusammen. Für jeden von uns LAs wurde von den LAs vom letzten Jahr Sachen im Keller zurückgelassen, die sie nicht mehr brauchen und an uns weitergeben wollen. Maria, die deutsche LA, hat mir total viel Zeug dagelassen. Darunter eine Lampe, Bücher, DVDs, einen Block, eine Schere, nen Radiowecker,... Die Kisten waren überall im Keller verteilt und man musste suchen, wo was für einen stand. Meine Kisten waren dann mit "German LA" beschriftet - Schatzsuche, ich sags ja! ;) Außerdem konnte ich nen Spiegel ergattern, der lieblos in eine Ecke gestellt wurde. Darüber hab ich mich auch total gefreut, weil ich mir eh noch einen kaufen wollte! :D Schließlich haben wir das ganze Zeug heim transportiert und jetzt sitz ich hier und schreib euch. ;)

Mehr gibt es im Moment nicht zu erzählen. Der nächste Eintrag kommt aber bestimmt!!!
...Hoff ich zumindest. Ihr kennt mich ja... ;)



Fun Fact: Ein Jahr auf dem College hier kostet ca. 55.000$!

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